Bay of Plenty

Am 2. Januar zog es mich weiter - ich bin schliesslich hier, um das Land per Rad zu entdecken. Ich fuhr grossenteils der Ostküste entlang bis nach Thames und übernachtete dabei auf Campings. Coromandel liess ich aus und ging direkt nach Tauranga und von dort weiter nach Rotorua.

Meine ersten Eindrücke vom Radfahren in Neuseeland waren ziemlich geteilt. Das Land selbst ist wohl eines der schönsten überhaupt zum Radfahren. Es ist voller grüner Hügel mit riesigen Bäumen, subtropischen Wäldern, Meer das an die Felsen tobt und wunderbaren Sandstränden. Wer Vögel mag ist hier ebenfalls genau am richtigen Ort - es wimmelt nur so von exotischen Federtieren, ein Teil davon kommt regelmässig aus der Antarktis um hier zu überwintern.

Mi, 08.01.14 - 22:22 - OLYMPUS DIGITAL CAMERA         View on Flickr
Di, 07.01.14 - 19:44 - OLYMPUS DIGITAL CAMERA         View on Flickr
Di, 07.01.14 - 06:43 - OLYMPUS DIGITAL CAMERA         View on Flickr
Do, 02.01.14 - 21:04 - OLYMPUS DIGITAL CAMERA         View on Flickr
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Auch die Leute sind immer freundlich und hilfsbereit, erklären einem gerne den Weg und sind allgemein sehr Gastfreundlich. So hat mich zum Beispiel Rey, Feuerwehrmann und Vietnamveteran zum Kaffe eingeladen (während mein Rad sicher in der Feuerwache eingeschlossen war) und mir am Schluss noch seine Telefonnummer mitgegeben, nur im Fall dass mir etwas passieren sollte. Er kenne aus der Army Leute im ganzen Land und könne jederzeit Hilfe organisieren.

Die Freundlichkeit hat aber eine Ausnahme: Hinter dem Steuer mutiert der Neuseeländer zu einem ungeduldigen, risikofreudigen und zum Teil sogar Radfahrer-hassenden Menschen. Nicht selten wird man sehr knapp überholt oder gar angehupt. Das ist meist kein Problem, denn die Highways haben einen breiten Seitenstreifen. Allerdings fällt der schon mal weg, wenn man eine Brücke damit schmaler bauen kann, oder sonst gerade kein Platz vorhanden war. Dann ist man als Radfahrer gut beraten, einen Spiegel zu gebrauchen und im Zweifel den Ungeduldigen den Weg freizumachen. Übrigens bedanken sich die Kiwi's auch wenn man ihnen den Vortritt lässt - selbst wenn es nur um wenige Sekunden geht ;)

In Thames bin ich zufällig auf einen Cycletrail gestossen, der immerhin bis Waihe durchgeht, also ca. 50km. Ich habe dann erfahren, dass Neuseeland es sich zum Ziel gesetzt hat, das ganze Land mit Cycletrails zu verbinden. Im Moment hat das Wegenetz noch viele Lücken, aber diese werden alle paar Monate wieder kleiner. Siehe auch: http://www.nzcycletrail.com

Meine erste längere Pause machte ich dann bereits in Mount Manganui. Dort leben nämlich Fritz und Erika, weit entfernte Verwandte von mir (wir waren uns selbst nicht ganz sicher wie weit entfernt, vermutlich waren Fritz' Vater und mein Grossvater Cousins). Es war richtig schön, wieder einmal ein richtiges Bett zu haben und von vorne bis hinten verwöhnt zu werden ;)

Fritz hat mich dann auch gleich mitgenommen zum Golfen - immerhin habe ich den Ball in alle 9 Löcher gekriegt, wenn auch anfangs mit viel Mühe. Golf wird nicht gerade mein Sport werden, aber jetzt verstehe ich doch was man daran finden kann.

Auch für einen kurzen Besuch auf dem Mount Manganui mit Aussicht auf die gleichnahmige Ortschaft hat die Zeit gereicht, und ebenfalls zu einem Besuch bei Fritz' Schwester Martha und ihrem Mann Arthur. Sie wohnen auf der White Cross Orchard nähe Whakatane. Die Obstfarm wird inzwischen von ihren Kindern betrieben und hat einen angehängten Laden. Angebaut werden diverse Obstarten, von Äpfeln über Birnen, Tangelos, Grapefruits, Trauben und sogar Schweizer Zwetschgen. Diese dürfte man heute nicht mehr importieren, aus Angst Krankheiten einzuschleppen. Die Ernte fiel dieses Jahr sehr gut aus, leider ist aber der Preis für Grapefruits so tief dass sich die Ernte nicht lohnt.

Mo, 06.01.14 - 22:30 - OLYMPUS DIGITAL CAMERA         View on Flickr
Di, 07.01.14 - 02:25 - OLYMPUS DIGITAL CAMERA         View on Flickr

Auf dem Weg nach Rotorua hat mich übrigens Google noch verarscht: Der Weg östlich von Highway 36 (über Omanawa rd und Galaxy rd) ist nicht passierbar. Laut Holzfällern versperrten Tore den Weg durch den State Forest, welcher nur mit Permit (unter Androhung von Bussen) befahren werden dürfe. Leider informierten sie mich erst nach 15km aufwärtsfahrt dass ich umkehren müsse ...

Jetzt bin ich in Rotorua, der Stadt wo es immer nach Schwefel stinkt. Hier hat es überall heisse Quellen, und manche der Vögel lassen ihre Eier sogar durch Thermalwärme brüten ;)

Mi, 08.01.14 - 22:00 - OLYMPUS DIGITAL CAMERA         View on Flickr
Mi, 08.01.14 - 21:36 - OLYMPUS DIGITAL CAMERA         View on Flickr
Mi, 08.01.14 - 21:26 - OLYMPUS DIGITAL CAMERA         View on Flickr

 

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