Mehr Ungarn

Ich blieb noch einen weiteren Tag in Siofok am Balaton. Dort lernte ich dann Alex und Jones, zwei Deutsche auf einem Roadtrip zum Haus ihrer Eltern kennen. Die zwei waren ziemlich in Festlaune, und wir beschlossen zu Grilieren. Gesagt getan, und eine Stunde spaeter brannte dann auch die besch***** Ungarische Kohle die wir gekauft haben. Benzin und Benzinkocher nuetzten trotz grosszuegiger Dosierung nichts. Erst ein richtiges Feuer ueber die Kohle brachte diese zum Gluehen...

Sturm und Sonnenuntergang

Doch dann begann der Sturm. Innert kurzer Zeit schlug das Wetter um und ein richtiges Gewitter begann. Wir flohen in einen Koch- und Waschunterstand des Campingplatzes und genossen das Essen weiter. Doch ploetzlich sahen wir, dass die Sonne am untergehen war. Ein fantastischer Anblick: Der Wind peitschte die Wellen auf und Gischt spritzte davon, gegenueber am Ufer war alles leuchtend rot und etwas links davon ging die Sonne als Feuerball inmitten dunkelblauer Wolken unter. Ueber uns knallschwarze Wolken. Der Anblick alleine war die Reise bis hierhin Wert!

Budapest

Nachdem ich (wohl wegen den Starkbieren vom Vorabend) etwas spaet gestartet war, gings dann auf nach Budapest. Zum Glueck war das Land aber flach, und ich hatte sogar etwas Rueckenwind. Allerdings fing ich auch meinen zweiten Platten ein, wieder ein Stueck Glas... Das war nach 1222km. Ich hoffe, dass das nicht so weitersgeht, alle 600km einen Platten!

Schon spaeter am Abend kam ich dann bei Martin und Anna in Budapest an. Die beiden haben eine wunderschoene Wohnung mitten im Zentrum. Ich werde dort, obwohl ich erst ungefaehr 24 Stunden vorher ueber hospitalityclub.org angefragt habe, sehr freundlich aufgenommen. Nach einer Dusche und einem Nachtessen zeigt Martin mir noch das Palinka-Cafe. Ein muss fuer einen Ungarnbesuch: Palinkas sind ungarische Schnaepse. Sie sind aus Fruechten gemacht und duerfen nur in Ungarn und in einigen oesterreichischen Regionen so genannt werden, sofern sie nach einer speziellen Vorschrift gebrannt wurden. Er erklaert mir auch, wieso die Ungaren beim Biertrinken (nur beim Bier!) nicht anstossen. Dies ist eine ueber 150 Jahre alte Geschichte, als die Ungaren einen Krieg gegen die Oesterreicher und die Russen verloren und diese feierten wurde beschlossen, mindestens 150 Jahre lang nicht mehr anzustossen. Viele haben dies beibehalten, obwohl die Frist 1999 abgelaufen ist.

Die beiden sind auch sonst sehr freundlich und hilfsbereit, obwohl si esehr beschaeftig sind. Deshalb werde ich nach einigen Tagen zu Gergely und Timea weitersgereicht, Gergely ist Martins Bruder. Hier treffe ich gleiche eine ganze Familie mit Zoo an ;-). Die beiden haben zwei Tochtern, Kira und Theodora und einen Haufen Tiere, das heisst zwei Hunde, Chinchillas, Maeuse und Papageien. Kira stellt mir dann auch sofort noch ihre Ponysammlung vor.

Zusammentreffen mit Sondi

Am ersten Abend in Budapest treffe ich auch mit Sondi und Paesce zusammen. Paesce war in Budapest an seiner Endstation angelangt, er musste ab der naechsten Woche wieder arbeiten gehen. Sondi wollte die Reise nun mit Michael und mir fortsetzen, sofern das zusammenfahren funktionierte auf jeden Fall. Ueber Micheael wusste ich noch nicht viel, nur dass er aus Norddeutschland kommt und bereits etwas aelter, aber scheinbar sportlicher als wir ist.

Wir beschliessen dann definitiv, am Donnerstag, dem 28. Mai weiterszufahren. Die Route soll der Donau entlang ans schwarze Meer fuehren.