Bulgarien

Wir haben inzwischen schon fast ganz Bulgarien durchquert, und ich komme erst jetzt dazu, wieder etwas zu schreiben... Das liegt daran, dass meine Mitradler ziemlich schnell unterwegs sind. Unsere Tagesetappen liegen so um die 120 bis 160 Kilometer, und dauern meist acht Stunden (reine Fahrzeit) :Ich habe so manchmal das Gefühl, etwas zu verpassen, aber was solls, mein Ziel heisst im Moment Asien, nicht Europa.

Ich schreibe deshalb nur eine sehr-kurz-Zusammenfassung:

Insgesamt gefällt es uns in Bulgarien, alles ist wieder ein bisschen zivilisierter geworden. Diee Abgase stinken weniger, die Hunde sind an der Leine oder wissen wo sie hingehören (fast immer auf jeden Fall). Dafür wird die Suche nach Unterkünften immer schwieriger, in Svistopol war das einzige Hotel wegen Umbau geschlossen. Zum Glück fragte Michael in einem benachbarten Restaurant nach Unterkunft, und siehe da, mit Handzeichen und einem "Ohnewörterbuch" schafften wir es, eine ganze Wohnung für uns und das Restaurant als Fahrradgarage zu kriegen! Wir wurden super bewirtet und extraf früh am Morgen gabs reichhaltig Frühstück. In viel teureren Hotels wurden wir schlechter bedient!

Radwege gibt es nur wenige, und die meisten lassen wir aus, weil wir schnell vorwärts kommen wollen. Das geht auf ungepflasterten Schlaglochwegen schlecht. Apropos Schlagloch: Es hat etwas weniger davon als in Serbien. Aber nur etwas. Und ein einziges dieser fiesen Dinger reicht, um die ganze Tour zu beenden! Zum Teil hat es wirklich 20cm tiefe Riesenlöcher in der Strasse, also ist aufpassen angesagt.

Glas liegt wenig auf der Strasse, aber leider nützt das nichts,  Bei Kilometer 2811, vor Ruse der Grenzstadt Bulgarien Rumänien, fange ich meinen vierten Platten. Erst vor ca. einer  Stunde habe ich noch meine Reifen auf Scherben kontrolliert, aber leider steckt dieser Riesenscherben trotzdem in meinem Vorderrad. Zum Glück kam der Durchbruch bei einem Stillstand, erst gerade vorher war ich noch mit 50km/h einen Hügel heruntergefahren!

Immer wieder sieht man auch Leute, die mit Pferd und Wagen unterwegs sind, auf den Hauptstrassen hat es sogar extra Pferdespuren oder -Wege neben der Strasse. Auch Hirten gibt es viele für Kühe, Schafe und Ziegen. Die Schere zwischen Arm und Reich ist in Bulgarien wirklich riesig!

Nachdem wir vor kurzem noch viel zu viel Regen hatten, ist dieses Thema übrigens auch erledigt. Im Moment leiden wir eher unter der Hitze. 40 Grad zeigt das Thermometer an, und ohne Schatten oder Wind werden die häufigen Steigungen zur Qual