Erholt und wieder unterwegs

Nach de Rückkehr vom Trek habe ich zehn Tage in Kahtmandu verbracht. Obwohl die Stadt nicht eigentlich schön, dafür laut, schmutzig und versmogt ist, habe ich es genossen. Wieder einmal so richtig die Zivilsation geniessen. Riesige Auswahl an gutem Essen (Geheimtip Mitho, next of Everest Steak House, nette Leute, super Essen, kleine Preise), und etwas shoppen, diesmal allerdings keine Billigsachen mehr. Die Trekking-Stöcke und die Trekkinghose, die ich so gekauft habe, haben den Trek gerade mal knapp überlebt, hab sie geext... Und der Schlafsack ist auch nicht das Wahre, wird aber hoffentlich reichen für meine nächsten Pläne.

Ausserdem war ich viel mit Sebastien und Mirjam unterwegs. Wir haben verschiedene Stupas (Die Buddhistischen Steine) und Tempel angeschaut und es genossen, nicht zu viel zu tun zu haben.

Wieder unterwegs

Doch ewig bleiben will man in einer Stadt wie Kathmandu ja auch nicht, schon gar nicht alleine. Sebastien ging wieder nach Hause, Mirjam zum Unterrichten nach Westnepal, und ich fuhr Richtung Flachland mit Ziel Ostnepal und dann Dhaka.

Am ersten Tag kam ich etwas spät los, und habe den Pass zwischen Kathmandu und dem Flachland gehörig unterschätzt. Er ähnelte den Hügel vor Jiri. Und er wollte auch nicht aufhören. Als es kurz vor dem Dunkelwerden war, fragte ich nach der Entfernung zum nächsten Hotel - und es  waren nicht wie erwartet einige, sonder etwa 30km! Nun gut, meistens geben einem die Leute hier nur die Luxuriösen Plätze an, aber auch die Frage nach den nächsten Dörfern ergab keine guten Aussichten.

Etwas weiters fragte mich ein junger Mann vor einer Hütte, wo ich hin wolle, und ich antwortete zum nächsten Schlafplatz. Er erkärte mir, was ich schon wusste, und lud mich dann einfach zu seiner Familie ein! Uff, damit hatte ich jetzt geradenicht gerechnet! Die Behausung war ziemlich einfach, Open Toilet, Wände aus Ästen und Lehm, interessanterweise aber mit Strom.

Tramoy, so hiess der Mann der mich einlud, hatte allerdings nicht das erste Mal einen Radfahrer beherbergt. Vor drei Jahren hatte er einen Amerikaner auf dem Rad angehalten. Der kam dann später mit einem weiteren Freund nochmals vorbei. Wer weiss, vielleicht komme ich auch wieder einmal vorbei?

Am nächsten Tag hab ichs  dann über den Pass ins Flachland geschafft. Vorher konnte ich noch ein paar schöne letzte Aussichten auf die Berge geniessen. Schlagartig nahm im Flachland der Verkehr zu. Wieder Hupen, Staub, Stinken. Habe das auf dem Pass eigentlich gar nicht vermisst!

Als ich am darauffolgenden Morgen gerade meine Taschen ans Rad hängte, kam ein  Typ und sagt," ahh, a cyclist!" Es war Alex aus Barcelona, der auch schon ein halbes Jahr unterwegs ist (Mongolei, China, Zentralasien, Indien, Nepal und bald Südostasien). Eine Homepage hat er nicht, drum gibts diesesmal keinen Link zu ihm...

Er fährt nach Darjeeling, bevor er weiters nach Kalkotta und Thailand geht, der Weg dorthin ist in Nepal derselbe den ich auch nehme. Wir haben also etwas fünf gemeinsame Radeltage. Super! Das macht es auch etwas angenehmer und erträglicher.

Hier sind die Leute doch manchmal nicht mehr so freundlich, vorallem versuchen sie einem bei jeder Gelegenheit übers Ohr zu hauen. Plötzlich kostet eine Bruchbude mehr als ein Luxuszimmer in Kathmandu! Oder sie wollen einem partout nicht länger als 10 Sekunden zuhören. So geschehen in Siliguri, Indien, wo ich inzwischen bin, um diesen Blogeintrag zu beenden. Beim ersten Mal in Rajganj brach leider die Verbindugn zusammen. Das grösste Ärgernis ist aber der Verkehr, manchmal wird es einem wirklich fast zu viel, wenn einem ein Bus auf der eigenen Spur entgegenkommt und einem einfach in den Strassengraben abdrängt. Und das passiert hier wirklich dauernd!

Andererseits sind manche Leute auch sehr freundlich. So trafen wir einen Mann in der Gegend der Kosi Barrage (Ein grosser Damm in Bihar, Nepal), der uns bei einer "kurzen" Teepause vieles über den Dammbruch vor drei Jahren und die allgemeine Situation in Nepal erzählte. Danach lud er uns noch zu sich nach Hause zum Essen ein, und er hätte uns am liebsten gleich für die Nacht dabehalten, wir mussten uns mit Händen und Füssen wehren ;-) Auch andere leute sind sehr freundlich, begrüssen einem und Fragen, ohne jedoch aufdringlich oder lästig zu werden.

So sind Nepals Flachland und Indien (Die man sowieso nur auf der Landkarte unterscheiden kann) ein dauerndes Wechselbad der Gefühle und Situationen. Jetzt geht es aber nur noch wenige Kilometer bis nach Bangladesh, wo ich in wenigen Tagen und nach weiteren ca. 550km nach Dhaka, der Hauptstadt von Bangladesh kommen sollte.