Durch Indien nach Bangladesh

 

Also, zuest einmal eine Entschuldigung! Im Moment hab ich oefters ziemlich Probleme, um meinen Blog aktuell zu halten. Entweder finde ich in den kleineren Orten kein Internet, oder dann faellt der Strom aus, kaum habe ichs mal gefunden. So ist dieser Blogeintrag zwar schon ziemilch lange auf meiner Laptop-Festplatte, aber erst jetzt hochgeladen. Mit den Bildern versuche ich es im Moment schon gar nicht. Ich hoffe immer noch auf eine gute Verbindung, aber das kann noch einmal zwei Wochen dauern...

SORRY!

Indien

Mit Alex bin ich durch das westliche Flachland Nepals und bis nach Indien gefahren. Dort wurde ich wieder daran erinnert, dass Indien halt doch noch einmal etwas anders ist. Schon in den Grenznahen Gegenden Nepals wurde es spürbar. Die Leute wurden unterschiedlicher, zum Teil sehr Freundlich. Einmal wurden wir sogar zum Essen eingeladen, und mussten uns wehren, um nicht Übernachten zu "müssen". Andere Male hingegen mussten wir uns wehren, damit man uns wenigstens halbwegs Auskunft zu einem Hotelzimmer gab. Und jedesmal aufs härteste über den Preis verhandeln. Richtig anstrengend...

In Siliguri habe ich dann mit Alex einen Tag Pause eingelegt, bevor sich unsere Wege trennten. Dieser Pausentag entstand, weil Alex wegen einer Demonstration nicht wie geplant nach Darjeeling konnte. Es besteht die Hoffnung, dass wir uns in Südostasien wiedersehen. 

Falsche Grenze

Ich machte mich am nächsten Morgen auf nach Bangladesh - oder zumindest versuchte ich es. Den die Grenze, die in meiner älteren Karte eingezeichnet war, ist nicht mehr für Touristen passierbar, oder auf jeden Fall scheint es so. Als ich dort ankam, wurde ich aufs freundlichste Empfangen, aber dann hiess es warten. Der Chef komme, dies sei eine "International Border". Ich habe eigentlich nichts anderes erwartet, wollte ich doch von Indien nach Bangladesh. Doch man teilte mir mit, dass dies nur mit "Special Permit" möglich sei. Zuerst fragte ich mich, ob die das Visa meinten? 

Als dann der Chef endlich kam, wurde ich zum Tee eingeladen und dann erklärte er mir sehr freundlich und lang und breit was ich bereits bemerkt hatte: No way. Ich musste 70km Umweg in Kauf nehmen, die sich allerdings später wieder etwas ausgleichen würden. Dann wurde ich noch gebeten, den Grenzwächtern ein paar Reisebilder zu zeigen, und weil alle so freundlich waren, wurde der Wunsch natürlich erfüllt. Danach erklärte man mir noch ein Dutzend Male wo ich durchfahren sollte, und empfahl mir, mich an einen District Manager zu wenden, der mir dann eine Übernachtung und einen Guide organisieren würde. Ich beschloss, nicht weiters darauf einzugehen, bevor noch Jemand zum Telefon greifen könnte und mich ganz von Bangladesh abhalten würde ;-)

Mit einigen Stunden verspätung gings also nochmals los, und kurz vor Sonnenuntergang erreichte ich dann den richtigen Grenzübergang - Chengrabandha. Nicht ohne vorher noch einmal ein etwas mulmiges Gefühl zu kriegen. Die Strasse wurde immer kleiner und der Verkehr weniger. Aber das scheint in diesem Teil der Welt die Regel für Grenzübergänge zu sein, ich war auf jeden Fall richtig...

Es folgtedas übliche Prozedere (Ich fülle ein Formular mit allen Passdaten, Wohnort, Name des Vaters etc. aus, ein Beamte trägt dasselbe in ein Buch ein (Manchmal macht ein zweiter Beamte dasselbe noch einmal???) und dann gibts einen Stempel. Der Typ der einem so freundlich geholfen hat alles zu finden, ist angestellt vom Wechselbüro. Nun ja, ich muss ja wechseln. Den Typen, der mir auch noch ein Busticket verkaufen will, lache ich aber mit einem Hinweis aufs Rad freundlich aus... Nun rüber nach Bangladesh, selbes Prozedere, noch etwas länger, aber dafür freundlicher als im bürokratischeren Indien.
Bis ich durch die Schranke bin, versuchen noch mindestens drei Leute mir ein Busticket nach Dhaka anzudrehen. Hmm, nach was schaue ich denn aus?

Auch unterwegs fragen mich die Leute (die wenigen die genug Englischkenntnisse oder Fantasie für gute Zeichensprache besitzen), wo ich denn den Bus nehme... Ich finde es allerdings extrem einfach, hier Radzufahren. Die Lastwagen und Busse fahren ebenso selbstmörderisch wie überall auf dem Indischen Subkontinent, aber ansonsten bin ich ziemlich happy: Der Individualverkehr besteht hier aus Fahrrädern. Die meisten fahren entweder Bus, Rickscha, oder manchmal Otorikscha (motorisiserte Rikscha). In den grösseren Städten heisst motorisiert in Bangladesh übrigens elektrisch Motorisiert. Man merkt den Luftunterschied zu Indien richtig! Naja, zumindest bis auf Dhaka, die Hauptstadt. Hier hat es einfach viel zu viel Verkehr, schon fünzig Kilometer vorher beginnt der Stau, und es ist manchmal nicht einmal mehr für Radfahrer ein Durchkommen...

Auch sonst sind die Bengali (Einwohner von Bangladesh) viel sauberer als ihre Nachbarn. Abfall wird regelmässig (und sogar in entlegensten Gegenden) zusammengewischt und verbrannt, oder man höre und staune, sogar sortiert und irgendwie verwertet. In den Städten wird zumindest regelmässig saubergemacht.  
Edit: Bin inzwischen in Dhaka gewesen, und  auch mit einigen Staedtern unterwegs. Und habe festgestellt, dass diese nicht alle eine Sauberkeitssinn haben, sondern dass einfach die meisten Gemeinden Leute zum Reinigen anstellen...
Auch die Hotels sind eher günstiger und sauberer, und die Leute zwar extrem neugierig, aber sie zeigen stets einen normalen Respekt, den ich in Indien vielfach vermisst habe. Das sieht man speziell beim Rad. Manchmal stehen etwa hundert (keine Übertreibung!) Leute rundherum, aber kaum Jemand berührt es, und wenn dann ganz vorsichtig. In Indien muss man manchmal Angst haben, dass Jemand ausversehens eine Radkomponente abreisst... Dafür ist die Dichte der Leute in Bangladesh sehr anstrengend. Manchmal kommt es vor, dass man gerade einem alle möglichen Fragen zu Reise, Familie, Leben und Beruf beantwortet hat, und dann kommt der Nächste mit exakt denselben Fragen. Ich liebe: ¨Are you a student?¨. Normalerweise die Dritte gestellte Frage. Irgendwie scheinen in diesem Teil der Welt nur Studenten zu Reisen?!?!
 

Mein nächstes Ziel heisst jetzt Dhaka. Dort ist ein Kurzaufenthalt geplant, und danach bin ich eingeladen, mit lokalen Radfahrern auf eine Tour zu gehen. Man hat mir bereits irgend ein Ticket gekauft, aber noch hat mir Niemand mitgeteilt, für wie lange es wohin gehen soll ;-)