Dem Inn entlang - oder doch nicht

Nach einer guten Nacht gings frisch ausgeruht weiters nach Innsbruck. Am Anfang war der Inn ein ziemlich wilder Gebirgsfluss und öfters sah man Rafter vorbeiziehen. Die Strecke war angenehm zu fahren und das Wetter wechselnd zwischen bewölkt und sonnig, also perfekt zum Radfahren.

Wegweiserchaos im Ötztal

05. Mai 2009

Im Ötztal verfuhr ich mich allerdings ziemlich. Plötzlich traf ich auf Wegweiser, welche nach rechts und links den Innradweg anzeigten, aber welche Richtung nach Landeck und welche nach Innsbruck führt, stand natürlich nicht. Als zusätzliche Schwierigkeit war die angezeigte Richtung auch noch etwa im 90°-Winkel zu meiner ungefähren Zielrichtung. Hmm... Gut geraten und los. Irgendwann fuhr ich dann auf Wanderwegen in Richtung Hauptstrasse und von dort direkt nach Innsbruck. Und plötzlich: Eine Tafel "Radweg nach Innsbruck"

Unterwegs versuchte ich noch verschiedene Hospitalityclub-Member dazu zu überreden, mir einen Schlafplatz in Innsbruck zur Verfügung zu stellen. Leider wurde kein SMS beantwortet. So suchte ich mir vor Innsbruck einen Schlafplatz, was sich als nicht so einfach erwies, da fast alles freie Land ein bereits bestelltes Feld oder eine noch nicht gemähte Wiese war, und der schmale Uferstreifen reichte nicht für einen angenehmen Zeltplatz. Als es dann schon ziemlich spät war, stellte ich mein Zelt einfach neben den Radweg auf eine kleine Wiese zwischen Autobahn und Inn.

Wieder Regen

06. Mai 2009

In der Nacht fing es leider auch noch zu Regnen an, und irgendwie fühlte ich mich an diesem Morgen nicht so fit. Ich fuhr die wenigen Kilometer nach Innsbruck und suchte dort Internet und einen Platz zum Handyladen. Gar nicht so einfach. Im McDonalds gabs Gratis-Internet. Eine Telegraphenleitung wäre aber schneller! Auch die weitere Suche war eher Zeit und Energieverschwendung.

Irgendwann gab ich auf, suchte einige Karten und erschrak, als alle Pässe, die ich mir vorgestellt hatte um nach Kärnten zu kommen alle um die 2000müM waren, oder in elend langen Tunnels endeten, die wohl nicht für Biker gedacht sind. Ausserdem stand an verdächtig vielen Orten ein Wohnwagenverbot. Ich entschied mich dann, die Route Innsbruck - Brenner - Bruneck - Villach - entlang der Drau nach Villach - Spittal - Feldkirchen. Das sind etwa 310km und wie es aussieht so ziemlich ohne extreme Steigungen.

Gegen Abend begann ich dann den Aufstieg von Innsbruck zum Brenner - immerhin regnete es jetzt nicht mehr. Es wurde jedoch schnell Abend und so fand dann in Matrei am Brenner eine Pension mit Frühstück für 17 Euro. Ziemlich erschöpft genoss ich dort die Dusche und beschloss, es die nächsten Tage nicht zu streng zu nehmen.