Bangkok

Von Dhaka aus bin ich per Flieger weiters. Denn Myanmar mag keine Touristen!

Flug Dhaka Bangkok

Ich habe den Flug, mangels vorhergehender Planung leider etwas spät und damit teuer gebucht. Über Neujahr scheint Bangkok sehr beliebt zu sein! Geflogen bin ich mit Thai Airways. Das war völlig Problemlos, Pedale weg, Lenker gedreht und alles gut verpackt. Leider kam dann das Übergewicht mit 10$ pro Kilogramm etwas teuer. Die Verpackung war auch noch etwas schwer und hat den Flugpreis so zusätzlich, aber besser als defekte Bremsschläuche und Schaltkabel! Alles in allem habe ich 500$ Ticket und 300$ Übergewicht bezahlt. Shit happens!

Nach einem langeweiligen Flug (Keine richtige Sicht zum Fenster und dort eh nur Dunst) landete ich Bangkok. Am Immigrationsschalter gabs innerhalb von einer Minute ein Beiblatt mit Stempel und schon hatte ich die Erlaubnis für 30 Tage Aufenthalt! Nachher fand ich all mein Gepäck inklusive Kocher ohne Probleme. Das Rad konnte ich am Oversized Lugagge Counter abholen. Danach habe ichs gleich ausgepackt und zusammengebaut. Dafür erntete ich dann einige verwunderte Blicke von Leuten aus allen Herren Ländern ;-)

Am Zoll gabs ein freundliches Lächeln mit Blick auf mein Rad und ein herzliches Willkommen - und ich war in Thailand. Noch schnell eine Gratiskarte und eine SIM geholt, Geld gewechselt und noch etwas mehr vom Automaten geholt, alles schnell, günstig und problemlos. Als ich dann das Rad nach draussen schiebe, erschlägt es mich fast. Hier ist es doch etwas heisser und feuchter als in Bangladesh. Oder ist's nur die verflixte Klimaanlage? (Ich hasse die Dinger!)

Ankunft in Bangkok

Ich folge den Schildern nach Bangkok und lande auf dem Highway - was auch sonst, hier fahren nicht viele mit dem Rad. Mir egal, daran habe ich mich schon vor langem gewöhnt... Geht auch ganz Problemlos, aber irgendwann nimmt dann die Zahl der zweispurigen Ein- und Ausgänge überhand, ich muss jedesmal auf eine Verkehrslücke warten weil ich ja viel langsamer bin als die Anderen. Also runter, und einfach nach Kompass Richtung Khao San Road - anscheinend das Backpackerparadies Bangkoks. Das stellt sich als Problemlos heraus, Abends ist der Stadtverkehr erträglich. Nur Fragen ist etwas schwierig. Erstens mache ich den Fehler nach einer Strasse, die nur Touris etwas bedeutet zu fragen, und zweitens sprechen erstaunlich wenige English. Ich habe da mehr erwartet! Erst als ich mich dann dieser Touri-Hochburg nähere, ändert sich das.

Ich bin müde, und als mir die Leute sagen, dass es nur noch um die Ecke sei gehe ich einfach ins nächsteste Hotel. Ich bezahle knapp über 10$ pro Nacht mit eigenem Badezimmer, luxuriösem Doppelbett und Platz für mein Rad. Und sogar einer warmen Dusche! Später wechsle ich dann im selben Hotel in ein günstigeres Zimmer ohne Klima und Wasserheizung, dafür spare ich ein paar Dollars pro Nacht. Und ich bin happy, nicht an der Khao San selbst zu wohnen. Mir doch etwas zu touristisch, und vollem einiges teuerer, obwohl ich ja nur ein paar Strassen weg bin.

Mein erster Eindruck von Bangkok war der einer extrem zivilisierten Stadt. Nach dem indischen Subkontinent ist das verhalten auf der Strasse einfach super. Man muss immer noch sehr aufpassen, aber die Leute denken doch auch etwas mit, man hat nicht mehr das Gefühl dass einem dauernd Jemand umbringen will! Mir kommt es auch sehr sauber vor - ich weiss aber, dass Schweizer Touristen häufig über das Gegenteil klagen ;-)

Als fantastisch empfinde ich, dass hier nicht so ein Lärm herrscht. Endlich Erholung für meine Ohren. Die Fahrzeuge haben fast imme reinen Schalldämpfer am Auspuff, Niemand hupt ohne Grund, und die Leute reden eher leise - oder muss man sagen normal? Ich weiss, dass ich die Thais an meinem Arbeitsplatz als laut empfunden habe. So verändern sich Ansichten. Ich wundere  mich schon, wie es mir ergeht wenn ich in die Schweiz zurückkomme...

Planung und Neujahr

Nun verbringe ich die meiste Zeit damit, meine Route durch Südostasien zu planen. Ich entschliesse mich, eine Runde an die Thailändische Ostküste, nach Kambodia, Vietnam von Norden nach Süden Laos und zurück nach Thailand zu machen. Enthalten sein soll Schnorcheln, geniesssen und Zeitnehmen. Und ich freue mich schon auf die bergigen Regionen im Norden Vietnams, Laos' und Thailands! Hier hoffe ich den Touristenströmen eine zeitlang zu entkommen und ursprüngliche Landschaft und Kultur zu finden. Dafür wird das Radfahren wohl ziemlich hart. Steil, ungeteerte Pisten, Flüsse über die Strasse... Hingegen sollten die Temperaturen etwas angenehmer werden.

Die Visas für Laos und Kambodia lasse ich von einer Reiseagentur an der Khao San Road organisieren. Das vietnamesische werde ich selbst online bestellen, da die Agentur in nützlicher Frist und für einen vernünftigen Preis nur 30 Tage Visas organisieren kann. Und diese beginnen an einem fixen Datum, vorher einreisen nicht möglich, und die 30 Tage zählen ab diesem Datum. Wenn man später einreist, verkürzt sich die Aufenthaltsdauer!. Vietnam ist sowieso das Land, in dem ich mich wohl am längsten befinden werde. Zumindest bevor's wieder zurück nach Thailand geht. Ich plane nämlich, ein paar längere Aufenthalte in einer Tauchschule im Süden zu machen!

Den Rest meiner Zeit verbringe ich mit ausgedehnten Radtouren durch die City. Diese führen mich an alle möglichen Plätze. Überall gibts schöne Tempel zu fotographieren, oder ich bestaune die moderne  Downtown, kleine Quartiere in denen man noch Holzhäuser und die alten Kanäle - früher das Hauptverkehrsnetz der Stadt - findet. Die Leute sind, sobald man aus der Tourizone rauskommt sehr freundlich und neugierig. Im Gegensatz zu Bangladeshs fragen sie einem aber immer, ob man Zeit hat, mit ihnen zu chatten. Ich schätze das sehr. Hier ist Niemand beleidigt wenn man weiters will. Auch ein paar Radfahrer treffe ich, aber viele gibts nicht.

In der Downtown stürze ich mich auf das Luxusangebot der riesigen Einkaufszentren. Ein Sommerschlafsack, superleichte Trekkingschuhe, ein neuer Stativkopf, Kamerafilter, Radteile. Ich fühle mich schon fast im Paradies und muss auf mein Budget aufpassen! Denn auch das Leben hier in der Stadt ist um vieles teuerer als in Bangladesh. Wenn man schaut, kann man allerdings schon günstig leben, ein Essen gibts normalerweise etwa ab einem Dollar. Aber manchmal kann ich richtigem Kaffe, Schokoladenkuchen und - nach vielen Wochen muslimischer Prohibition - einem gelegentlichen Bier nicht wiederstehen!

Dazwischen kommt noch das Neujahrsfest. Die Thais scheinen es zu lieben, alle sind begeistert und feiern! Auch ich stürze mich in den Trubel, irgendwann befinde ich mich in einer Gruppe aus Thailänder, Kanadiern und ein in Taiwan wohnhafter Ami ist auch noch dabei. Und ich lerne Thailändischen Whisky kennen. Ein gefährliches Gebräu. Wird mit Eis verdünnt getrunken, und kann sich ziemlich grob auswirken. Naja, vieleicht sollte mans etwas langsamer angehen lassen wenn man schon lange fast gar nichts alkoholisches mehr genossen hatte ;-) Auf jeden Fall war ich am ersten Tag im neuen Jahr etwas müde...

Am schönsten ist die Stadt übrigens bei Nacht. Am Tag ists heiss und dunstig, der halbe Nachmittag ist Rushhour, das heisst mit allem was mehr als zwei Räder hat kommt man überhaupt nicht mehr vorwärts. Deshalb gibts auch die Motorrad-Taxis. Das sind meist kleine Stadtroller, der Fahrer trägt eine auffällige Weste und führt einen zweiten Helm mit. Ich habe sie nie ausprobiert, viel langsamer bin ich mit meinem Rad nämlich nicht, und meist habe ich ja eh kein konkretes Ziel, und auf jeden Fall keine konkreten Weg. Der Weg lässt sich sowieso fast nicht planen. In dieser Stadt werden die Richtungen der Fahrspuren nämlich mehrmals täglich gewechselt, durch Lichtsignale oder einen Polizisten der den Verkehr dirigiert. Die Motorradtaxis und ich halten uns allerdings nicht immer daran. Es gibt nämlich fast immer eine Busspur in die Gegenrichtung. Nur muss man den richtigen Moment und die richtige Spur um die Kreuzungen zu überqueren rausfinden. Einfach auf die Motorradtaxis achten!

Das Frühstück geniesse ich meist in Ricky's Caffe. Scheint ein kleines Familienunternehmen zu sein, ist etwas weg vom Touristenkuchen der Khao San und serviert super Frühstück, das sich gegenüber der langweiligen Konkurrenz (Amerikan Breakfast) abhebt. Müsli (!) mit selbstgemachtem Joghurt und tropischen Früchten, Sandwiches mit Vollkornbrot sind so Beispiele. Oder die schärfsten Spaghetti Al Arrabiate die ich bisher genossen hatte zum Mittagessen? Mexikanisch? Aber genug der Werbung, sucht selbst, in Bangkok findet man fast überall etwas, das einen Stop wert ist. Lonelyplanet auf die Seite legen und sich Zeit nehmen. Und am besten selbst fahren ;-)