Laos von einer anderen Seite

Wir folgen dem Mekong nach Norden und gehen wieder nach Laos. Dort wird es wieder ein bisschen abenteuerlicher - aber unsere Erwartungen an schöne, unberührte Landschaften erfüllen sich noch nicht. Leider sind wir auch gerade im dümmsten Moment unterwegs, der Vor-Regenzeit...

Langeweilige Mekongstrecke

Michi ich und fahren nun in Thailand entlang dem Mekong in Richtung Nong Khai. Dort - auf der anderen Seite des Mekong - befindet sich die laotische Hauptstadt Vientianne. Leider ist die Strecke - trotz klingendem Namen - alles andere als sehenswert. Wenn wir der Hauptstrasse folgen, ist der Mekong meist gar nicht zu sehen, und weil jetzt gerade Ende der Trockenzeit ist, sehen wir auch mehr braun als grün. Immerhin stossen wir ab und an auf eine Pflanzung, die vom Mekong bewässert wird. Das leuchtende Grün schmerzt dann schon fast in den Augen!
Der Mekong selbst ist auch nicht gerade speziell. Wohl ein riesiger Fluss, doch fast unbelebt und wenig Wasser führend. Dies wegen der Trockenzeit, aber auch weil China gerade Wasser zum Staudamm-Füllen zurückhält... Die Strasse ist ähnlich langeweilig: Perfekt geteert, ziemlich gerade, und ebenfalls häufig ohne Leben. Darum fahren wir halt so schnell es geht. Meist abwechslungsweise im Windschatten, mit Musik in den Ohren und deutlich über 20km/h. Ab und an wird uns das dann doch zu langeweilig. Wir versuchen dann eine Strasse näher am Mekong aufzuspüren. Das gelingt häufig, da das Ufer entlang dem Mekong eigentlich ziemlich belebt ist. Viele kleine Dörfchen sind in kurzen Abständen aufgereiht, und überall hat es Leute und sogar noch weniger Schwerverkehr - dieser bevorzugt die Hauptstrasse. Leider enden die Versuche immer wieder in Sackgassen - oder einfach auf der Hauptstrasse.
Wir beschliessen, einen Bogen des Mekong abzukürzen, und das gleich mit einem Besuch eines Tempelberges - dem Wat Phu Po - zu verbinden. Dort haben buddhistische Mönche in jahrelanger Arbeit einen Pfad, der auf sieben Etagen um einen Felsen herumführt gebaut. Leider ist es ziemlich dunstig an diesem Tag, und so sehen wir gar nicht allzuviel von der Landschaft, obwohl der Fels etwa 200m hoch sein soll. Dafür erlauben uns die Mönche dann, gleich im Wat (Tempel) zu schlafen. Sogar eine perfekt ausgestattete Dusche und gratis Trinkwasser gibts. Da der Tempel offen ist, also nur ein von Säulen getragenes Dach hat, schlafen wir praktisch im Freien. Richtig gemütlich ;-)


Grenzübergang nach Laos

Nong Khai, die thailändische Zwillingsstadt von der laotischen Hauptstadt Vientianne erweist sich als ziemlich langeweilig. Unser wichtigstes Ziel ist es, noch einen kleinen Vorrat an Erdnuss-Caramel-Honig-Waffeln aufzutreiben - unser aktueller Lieblingssnack. Er hat eigentlich nur einen Nachteil: Die Dinger schmecken so gut, dass wir sie immer aufgegessen haben bevor wir sie wirklich brauchen würden ;-)
Am nächsten Tag zieht es uns weiters nach Vientianne. Dorthin kommen wir über die Lao-Thai Friendship Bridge. der Übergang erweist sich als problemlos, trotz Fahrverbot. Weil uns fünfzehn Tage (Gratis Eintritt ohne Visa für Schweizer und Luxemburger) nicht reichen, holen wir uns ein Visum für 35$ an der laotischen Grenze. Das dauert vielleicht ein Stündchen und verläuft problemlos. Die Wartedauer kann wohl variieren, denn hier kommen viele Langzeit-Thailandurlauber hin, um ihr Visum zu erneuern, und dazu spucken die Reisebusse auch noch viele Backpacker aus, die sich natürlich auch in die Schlange einreihen. Schön ist, dass es für Rad- und Motorradfahrer eine eigenen Zollkontrolle gibt, wir werden lächelnd durchgewunken...

Vientianne auf der anderen Seite ist auch nicht wirklich spannender. Wir kommen in einem günstigen, eher abgewrackt wirkenden Guesthouse unter und treffen ein paar "normale" Traveller, geniessen Shisha einer Marokkanerin und tauschen ein bisschen Travelstories mit Backpackern aus: Einer schlägt sich mit Gelegenheitsjobs (wie per Boot Bier verkaufen) durch (und scheint meist bekifft zu sein), eine Andere war unterrichten, die Meisten meinen, sie würden auch gerne mal per Rad Reisen - aber... Naja, etwas Initiative brauchts halt eben schon. Aber ich habe noch nie von Jemandem gehört, der es bereut hätte, und nur wenige kennengelernt, die danach noch andere Reisemittel bevorzugt hätten, zumindest wenn es die Zeit denn erlaubt...

Im Guesthouse hat's ausser Travellern auch drei Hunde, im Käfig. Auf die Frage "wieso?" weichen die Besitzer aus. Später erfahren wir dann, dass die Laoten durchaus auch Hund auf dem Speiseplan haben. Eigentlich haben wir keine Probleme damit, aber so eine Käfighaltung ist schon unschön. Bei uns werden die Hühner aber auch nicht besser behandelt...

Abgebrannte Hügel und Fun-Touristen

Nach Vientianne fahren wir entlang der Nationalstrasse 10 weiters nach Norden, in der Hoffnung etwas weniger Verkehr zu haben. Nachdem wir aus der ziemlich grossen Agglomeration der Hauptstadt raus sind, stellen wir fest, dass dies wirklich eine der ruhigsten Hauptverkehrsachen unserer Reise ist. Überraschend ist dafür die riesige Anzahl an Guesthouses. Alle paar Kilometer passieren wir eines. Auch an Essen mangelt es nicht, und die Portionen sind endlich wieder etwas grösser als in Thailand - gerade so, dass man sich Gedanken machen muss, ob eine Portion reicht, oder ob man doch lieber ein Zweite zu sich nehmen soll. Ausserdem schmecken die Nudelsuppen hier häufig besser, sie enthalten jetzt zum Beispiel auch Tomaten und ein paar Kräuter mehr.

Wir wollen eine Abkürzung zum grössten laotischen Speichersee nehmen, anstatt der Haupstrasse zu folgen. Wir vermissen wohl ein bisschen das Abenteuer... Dort begegnen wir einigen der steilsten Steigungen, die wir je gefahren sind. Im kleinsten Gang, stehend und mit Gewalt am Lenker ziehend, kriegen wir gerade so 3.5km/h hin, mein bereits ziemlich abgefahrenes Kettenblatt und die Kette machen beängstigende Geräusche. Und abwärts kommen meine eher kleinen 160mm Scheibenbremsen schon fast an ihr Limit. Ich denke, wenn ich kurz loslassen und dann wieder bremse würde, käme ich erst unten zu stehen...
Als wir am See ankommen, stellen wir fest, dass es hier zwar ein Kasino, aber keine weitersführende Strasse hat. Mist! Also alles zurück (waren ja kaum 10km, nicht so schlimm, einfach die Steigungen wegdenken). Kurz vor der Hauptstrasse finden wir dann noch einen Feldweg, der wohl die gesuchte Verbindung sein müsste. Meine sonst sehr genaue Karte war hier leider etwas undeutlich (Gecko Maps, Switzerland, in Vientianne gefunden, jawohl! Kann sie trotzdem immer noch empfehlen).

Am nächsten Tag wollen wir dann doch noch etwas mehr vom See sehen. Der Weg dorthin lohnt sich aber schlussendlich doppelt nicht. Man sieht zwar viele kleine Inselchen, aber die Sicht ist extrem dunstig - wieso erfahren wir dann später. Die Nudelsuppe zum Mittagessen gehört zu den Schlechteren. Und vorallem ist das Schiff, mit dem wir gerne zum Nordende des Sees gefahren wären unbezahlbar. Wir müssten den ganzen Kahn für 100$ chartern. Bei einem Tagesbudget von 15$ (ohne Visa, Ersatzteile und gelegentlichem Luxus) einfach absurd :-(

Also fahren wir halt per Muskelkraft weiters. Auch nach dem See wimmelt es von Guesthouses, doch kaum haben wir den ersten Hügel überquert, schaut das anders aus. Natürlich genau zu der Zeit wo wir gerne eines gehabt hätten. Wir haben dann aber Glück, auf halbem Weg zum Nordende treffen wir doch noch einmal zwei an, allerdings müssen wir den Jungen, der gerade Dienst, hat zuerst mal rausklopfen.
Am nächsten Tag kommen wir auf die Strasse 13N, die Hauptroute. Unseren Ängsten zum Trotz ist diese nicht viel mehr befahren. Dafür treffen wir verschiedene Radler, die unterschiedlich lange und mit unterschiedlichem Gepäck unterwegs sind. Jedes Mal halten wir ein halbes Stündchen an, und man tauscht Infos über die Wege die vor einem liegen aus und erzählt sich kurz was über die jeweiligen Reisen. Von einem Schotten und einem Franzosen hören wir zum Beispiel, dass Vang Viang ein extrem touristisches Kaff sei. Das haben wir schon geahnt, doch selbst nach der Vorwarnung erschrecken wir über das Ausmass, als wir ankommen. Das Örtchen ist eigentlich so klein, dass wir es fast verpassen. Doch im Zentrum ist alles komplett vollgestopft mit Restaurants, Bars und Guesthouses. Der Ort ist als Partymekka in der Lonely Planet Backpackerszene bekannt. Dementsprechend sieht es dann auch aus: Überall Restaurants mit Pad Tai, Indisch und Pizza (kriegt man auch mit sogenannter "Happy"-Option, je nach Wunsch Marjihuana, LSD oder Opium, und das trotz Todesstrafen auf grössere Drogenmengen...), Bars in denen konstant The Simpsons läuft und die Leute ihren Rausch antrinken oder ausschlafen und Mädels in Bikini, etwas das man sonst in Asien als Tabu betrachtet - aber die merken das ja nicht einmal...

Ach ja, und dann ist da neben ein paar Höhlen noch die Hauptattraktion des Städtchens: Tubing. Jeder Tourist MUSS das einmal gemacht haben, scheinen die auf jeden Fall zu meinen. Man kriegt einen aufgeblasenen Lastwagenschlauch (Schaut aus wie ein schwarzer, überdimensionaler Rettungsring) und wird per Tuktuk flussaufwärts gekarrt. Dort legt man sich auf den Schlauch und lässt sich den Fluss heruntertreiben. Weil das zuwenig spassig ist, wird das Ganze noch ein bisschen aufgepeppt mit vielen Bars am Ufer. Die Folge sind jedes Jahr ein paar Todesopfer... Wir fühlen uns nicht so ganz als Teil der Herde (und nebenbei habe ich das schon als Kind auf dem Rhein gemacht) und verzichten.

Wir übernachten im Other Side Resort, wie der Name sagt als auf der anderen (Fluss-)Seite. Hier hats Bungalows im Stil der aus Bambus geflochtenen Häuser der lokalen Bergvölker. Kosten: 10$ pro Nacht, wohl mehr als mancher aus diesen Völkern pro Monat verdient. Eigentlich auch mehr als wir ausgeben müssen hätten, aber das Gefühl, dank den dünnen Wänden und den offenen Fenstern schon fast im Freien zu Schlafen, entschädigt uns dafür.

Radfahrer-Treffen und lange Steigungen

Die nächsten drei Tage nach Luang Prabang werden dann ziemlich hart. Es wird immer hügeliger, wir müssen immer wieder gegen 1000 Höhenmeter klettern, fahren danach eine Weile auf der Hügelkuppe auf und ab und geniessen dann die rasante, kurvige Abfahrt bevor wir den Fluss im Tal überqueren und wieder auf den nächsten Hügel klettern dürfen...

Leider ist die Landschaft nicht, was wir Berichten zufolge erwartet haben. Anstatt grün sehen wir schwarze, verbrannte Erde. Überall brennen Feuer, und in der Luft hat es überall so  viel Rauch, dass man ihn mit Hochnebel verwechselt. Aber eben nicht soviel, dass man ihn riecht. Die Gegend ist voller steiler Karstberge, die ein tolles Fotomotiv wären. Doch mit dem vielen Rauch lassen sich nur Grau-Weiss-Fotos schiessen. Wenn die Sonne gegen drei Uhr nachmittags - also noch hoch am Himmel - blutrot wird, kriegt man so richtig Weltuntergangsstimmung...

Am Abend nach Vang Vieng, als wir eigentlich erwarten noch ca. 20km weiters zu fahren, sehen wir unerwarteterweise ein Guesthouse und ein Restaurant neben einem Polizeicheckpoint. Von den Bungalows winkt uns bereits ein Radfahrerpaar entgegen. Also übernachten wir doch gleich dort. Weils noch hell ist, tun wirs dem deutschen Nachbarn gleich und gehen in den Bach baden - und werden nicht schlecht überrascht, als unsere Füsse uns warm statt kalt melden. Hier ist eine heisse Quelle ;-)

Wir sitzen drin bis wir zu schrumpeln und schwitzen beginnen und geniessen dann einen gemütlichen Abend mit den anderen Radfahrern. Bald stösst auch noch ein Berliner Fixiefahrer dazu, er hat mit seinem einzigen Gang und ohne Freilauf über 150km gemacht! Das ist auch mit Minimalgepäck (Ein 7kg Rucksack und eine Lenkertasche) eine ziemliche Leistung. Nach über tausend Kilometern hat er seinem Kult-Bike immerhin eine Vorderradbremse gegönnt, eigentlich ein Frevel in der Fixie-Szene...

Von dem deutschen Paar erfahren wir dann auch, dass die  Brandrodungen wegen eines neuen Gesetzes zugenommen haben. Es ist jetzt Ausländern erlaubt, Land zu kaufen. Viele Chinesen nutzen dies nun, um Laoten für Bananplantagen anzustellen. Kurz vor der Regenzeit - also zwischen März und April - wird hier alles abgebrannt, um Platz für Nutzpflanzungen zu schaffen. Man sieht die Folgen nicht nur in der Luft, wir sehen auch überall hustende Kinder mit Rotznasen. Neben gesundheitlichen Schäden ist dies auch Schlecht für Tourismus und Umwelt, und darum auch in Laos verboten. Leider nützt ein Verbot aber wenig gegen hungrige Mägen, und davon gibt es in Laos leider all zu viele...

Am nächsten Tag - nach noch längeren Steigungen - treffen wir auch noch auf einen Tessiner. Er kam per transsibirischer Eisenbahn nach China, wo er einen holländischen Tourenradler antraf. Dieser begeisterte ihn mit seinen Stories so sehr, dass er am nächsten Tag kurzentschlossen in den nächsten Radladen ging und sich die chinesische Variante eines Tourenrades zulegte. Der Spass kostete ihn - inklusive Hinterrad-Kombinationstasche - lausige 50$. Und der Kerl hatte mit diesem Lotter-Damenrad soviel Spass am Reisen! Wir waren richtig beeindruckt und fühlen uns fast etwas schäbig mit unseren superzuverlässigen, mega ausgefeilten, extrem teueren und krass beladenen Monsterrädern ;-)


Paket- und Visastopp in Luang Prabang

Als Michi und ich uns Luang Prabang nähern, nimmt meine Nervosität langsam zu. Denn ich erwarte ein Paket von Luzia und dem Tretlager, es sollte postlagernd auf der Hauptpost auf mich warten. Darin befinden sich lange vermisste Sachen wie mein Radständer (wurde mir in Phnom Penh von einem Tuktuk abgefahren) und vorallem ein neues Kettenblatt mit zugehöriger Kette. Das Alte liegt nämlich in seinen letzten Zügen, es hat mein Rad immerhin schon 17'000km vorwärtsbewegt, ungefähr 15'000 davon mit Gepäck!

Im Post Office frage ich nach Poste Restante, und der Mann am Schalter sagt mir ich sei hier richtig. Nur habe er leider nichts aus der Schweiz. Zum Glück frage ich nochmals nach, hier gibts nur Briefe! Am nächsten Schalter kriege ich das Paket dann problemlos, und trotz Wert von etlichen hundert Franken kostet mich der Zoll glatte 3$ ;-)

Ausserdem beschliesse ich, mir ein chinesisches Visum zuzulegen, denn bald kommt hier der Monsun. Ich übergebe meinen Pass an eine Tourismus-Agentur. Diese sendet ihn per Flieger nach Vientianne, wo eine chinesische Botschaft ihren Sitz hat. Hätte ich das nur vorher gewusst! Das heisst, Michi und ich sitzten erst einmal für fünf Tage hier fest. Die Zeit füllen wir aus mit Fahrradreparaturen. Alle Teile passen - ein Lob ans Tretlager! Und ich habe mit dem neuen Kettenblatt eine 12% tiefere Übersetzung, also fast einen Gang tiefer. Ich hoffe das macht die Berge hier etwas flacher...
 

Luang Prabang hat's zum UNESCO-Welterbe geschafft, ein uralter Tempel und die interessante Mischung aus buddhistischer geprägter Königsstadt, chinesischer Handelsstadt und französischer Kolonialstadt ist wohl daran schuld. Das klingt gut im Lonely Planet und dementprechend wimmelts von Touristen, und allem was die so erwarten...
 

Wir lassen es uns gutgehen.  Etwas entspannen, im Internet surfen, Recherche über China anstellen, den besten Fruchshakestand suchen (5000Kip für einen Shake mit viel Frucht und wenig Eis), die beste Nudelsuppe (max. 10'000 Kip) und das beste gefüllte Baguette (auch 10'000 Kip). 8'200 Kip sind etwa ein Dollar, und die touristen hier doof: Sie bezahlen locker für alles das doppelte, und kriegen dafür zum Beispiel Shakes, welche ein umgekehrtes Eis-zu-Frucht-Verhältnis aufweisen. Und das natürlich ohne das süsse Lächeln der Laotin an unserem Lieblings-Fruchtshakestand ;-)

Ausserdem treffen wir aussergewöhnlich viele Radfahrer, länger und kürzer unterwegs. Hier ist einfach eine Hauptverbindungsachse von Nord nach Süd, die in allen Reiseberichten positiv erwähnt wird. Leider haben wir alle verpasst, dass gerade Rodungssaison ist!
Alleine schon, um sich mit allen Radfahrern zu Unterhalten, brauchen wir mehrere Stunden am Tag, manchmal wird es schon fast zu viel! 

Jetzt warte ich etwas nervös auf mein China Visum, ich hoffe ich kriege es, und mache mir Gedanken wie es weitersgeht, mit und ohne. Denn die hiesige Botschaft gibt nur noch 30-Tage-Visas. Viel zu kurz für China. Und Verlängerungen sind dort auch nicht gerade einfach zu kriegen. Nur wenn ich nach Hong Kong gehe, besteht Aussicht auf ein längeres Visum, aber dafür wäre die Hinfahrt wohl nicht so reizvoll (oder soll ich sagen industrialisiert?) Es scheint fast, als müsste ich mich bald von Michi trennen (er wird von seinem Flieger in Chengdu erwartet) und mich wohl auch per Zug fortbewegen.

Inzwischen mache ich mir auch erste Gedanken, wie und wo ich meine Reise beenden soll und welche Fluggesellschaft mich und mein Koga günstig nach Hause bringen könnte. Mein Jahr ist bald um, und all zu viel Verlängerung will ich weder Luzia noch meinem Portemonnaie zumuten. Auch über meine nächste Arbeitsstelle gibt es einiges nachzudenken, obwohl dies noch weit weg zu sein scheint. So vergehen die "Ruhe"-Tage wie im Flug!