Ecosia Banner

Du hast das kleine Banner unten links bemerkt? Nein, ich verdiene kein Geld daran!

Ich finde das Konzept von Ecosia gut, und will deshalb mithelfen diese Suchmaschine bekannter zu machen. Suchmaschinen - beziehungsweise die Server auf denen sie laufen - fressen ja bekanntlich Unmengen von Energie. Ecosia kompensiert das dabei ausgestossene CO2, indem die dahinterstehende Organisation ein Stück Wald kauft und unter Schutz stellt.

Gut, zugegeben, die Welt wird damit nicht gerettet. Aber es ist einer von Millionen von Beiträgen, die nötig sind um unsere einzige Heimat - die Erde - als Lebensraum für unsere Spezies zu erhalten. Denn wenn mich meine Reise etwas gelehrt hat, dann dass der Klimawandel nicht einfach ein wissenschaftlich zweifelhaftes Phänomen ist, sondern REALITÄT! Egal wo ich mit den Leuten über das Wetter gesprochen habe, ob in Osteuropa, der Türkei, Indien, Bangladesh, Laos oder im Himalaya, überall fällt ihnen auf, dass das Wetter von den alten Mustern abzuweichen beginnt. Die Jahreszeiten verschieben sich, der Monsun lässt sich nicht mehr vorhersagen und wetterbedingte Katastrophen nehmen zu.

Zusätzlich sehe ich auch in jedem Zweit- und Drittweltland, wie schnell hier der Fortschritt vonstatten geht - und noch beschleunigt! Innerhalb weniger Jahre ist ein beachtlicher Anteil der Bevölkerung aus der Armut entkommen und kann sich jetzt einiges leisten. Meist bedeutet das, ein Häuschen, einen Fernseher, ein Mobiltelefon und ein Fahrzeug.

Das ist diesen Leuten sehr zu gönnen. Nur leider hat die Medaille zwei Seiten: Auf der guten Seite stehen weniger Armut und Leid, und durch Elektrizität, Kommunikation und Mobilität auch häufig eine bessere ökonomische Situation und eine bessere Bildung. Auf lange Zeit hinaus führt das normalerweise auch dazu, dass das Bevölkerungswachstum gebremst wird - besser gebildete Frauen kriegen weniger Kinder. Das wiederum hilft der ganzen Welt, denn unser Hauptproblem heisst schlicht und einfach Überbevölkerung. Erst durch die Überbevölkerung wurde der heutige, völlig überbordende Energie- und Resourcenkonsum überhaupt möglich!

Doch die positiven Effekte wirken nur langsam, während der Mehrverbrauch an Energie direkte Auswirkungen auf unser Klima und die Biodiversität hat. Häufig wurde der Sprung aus der Armut auch durch neue Produktionsmethoden erkauft, namentlich Brandrodung. Diese ist noch schädlicher als der gesamte Verkehr weltweit - auf Land und zur See - zusammengenommen!

Andererseits zeigen Länder wie Bangladesh und China auch auf, dass es durchaus möglich ist, in Teilbereichen Revolutionen vorzunehmen, die bei uns in Mitteleuropa angeblich nicht durchführbar seien. So sieht man in Städten in diesen Ländern beispielsweise nur noch Elektroroller, und auch viele grössere Fahrzeuge werden elektrisch betrieben. Und selbst für Rikschafahrer - den Ärmsten unter den Mobilitätsteilnehmern - wurden elektrische Antriebe neuerdings erschwinglich! Natürlich ist ein elektrischer Antrieb noch keine fertige Lösung, es braucht auch noch sauberen Strom, damit diese elektrischen Antriebe nicht nur eine Stadt mit weniger Abgasen und Lärm, sondern auch eine Verbesserung unserer Umwelt bewirken. Obwohl schon der erste Schritt auch bei uns wünschenswert wäre, nicht? Saubere Luft und die Wirtschaft ankurbeln in einem, das klingt doch gut!

Ein weiteres schönes Beispiel sind die vielen Solaranlagen für Warmasser. Man sieht sie auf vielen Dächern, nicht nur in der Halbwüste Syriens, sondern auch im bergigen Nepal und in China, wo billige Kohle in rauhen Mengen verfügbar wäre, schweissen kleine Hinterhoffirmen tagtäglich solche Anlagen zusammen. Denn sie sind einfach rentabler auf die Dauer. Auch Energiesparlampen haben sich in diesen Ländern durchgesetzt. Und das ohne Vorschriften. Man rechnet einfach und setzt auf weniger Stromverbrauch und längere Lebensdauer.

Wichtig an diesen Beispielen finde ich, dass solche Sachen offensichtlich einfach umsetzbar sind, wenn man nur will. Wenn Drittweltländer derartige Reformen in wenigen Jahren umsetzen können, WIESO sollen wir das dann nicht auch können? Und wenn man solche Reformen auf einem Teilgebiet umsetzen kann, WIESO soll es auf einem anderen Teilgebiet nicht auch gehen? WIESO soll man nicht auch sauberen Strom ohne Atomkraftwerke produzieren können? Nur weil es bis anhin nicht ging? Das war bei den Rollern auch so, bis ein Chinese einen günstigen und guten Elektroantrieb entwickelt hat. Dass er sich jetzt damit auch noch eine goldene Nase verdient sei ihm gegönnt. Fragt sich nur, WIESO wir ihm dieses Geschäft überlassen haben?

Es liegt an jedem Einzelnen, unsere Zukunft zu gestalten. Am Einfachsten ist es natürlich, dies den Anderen zu überlassen und nachher zu jammern. Es geht aber auch anders - wenn man die Situation als Chance für die Verbesserung unseres Wohlergehens UND unserer Wirtschaft auffasst und danach handelt. Die Chinesen und die Bengali werden es tun. Aber ich denke, wir könnten es besser und schneller. Wollen wir diese Chancen wirklich wegen Zweifeln an Details vergeben? Oder wollen wir nicht lieber anfangen Lösungen suchen? Wenn wir den Leuten dieser Zweit- und Drittweltländer einfache, ökologisch und ökonomisch wirksame Technologien verkaufen können, verbessern wir die Umwelt und sichern uns ein Stück von einem gewaltig schnell wachsenden Kuchen der zukünftigen Wirtschaft. Die Kaufkraft der Mittelschicht in solchen Ländern explodiert - und wir können mit dazu beitragen, dass diese ökologisch positiv eingesetzt wird UND gleichzeitig daran verdienen!